Bemerkenswert

Aus dem Grabungstagebuch

Seit dem 23. Mai 2018 findet am Eisenberg bei Steinau an der Straße eine archäologische Ausgrabung durch das Archäologische Spessartprojekt e.V. statt. Die Ausgrabung unter Leitung von Herrn Claus Bergmann (Kreisarchäologe MKK und 2. Vorsitzender „Archäologisches Spessartprojekt e.V.„) hat das Ziel, den im Mittelalter durchgeführten Eisenerzabbau und die Eisenverhüttung in dieser Region zu erforschen.

Regelmäßig werden auf dieser Website Informationen und vor allem Fotos der laufenden Ausgrabung veröffentlicht.

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Fotos von Funden: Scherben zweier Krüge aus Fläche 4

Unsere ehrenamtliche Grabungshelferin Claudia Bremen hat sich die Mühe gemacht, Schlacke, Keramikscherben und weitere Funde zu waschen. Dabei hat sie die Scherben zweier Krüge aus dem Hochmittelalter zusammengepuzzelt und fotografiert. Beide Gefäße, ein größerer und ein kleinerer Krug, können vorsichtig auf etwa das 12. Jahrhundert datiert werden. Interessant wird es, wenn sämtliche Funde auch der anderen Quadranten gewaschen, gesichtet und klassifiziert wurden, ob sich die beiden Krüge weiter komplettieren lassen mit Scherben.

Fotos des kleineren Kruges:

 

Fotos des größeren Kruges:

Quelle der Fotos: Claudia Bremen

Fotodokumentation Pinge und Blockbergung rezenter Rennofen

Bei wunderschönem Spätsommerwetter wurden Mitte September weitere kleinere Arbeiten durchgeführt. Neben der endgültigen Verfüllung der beiden Flächen 1 und 2 standen neben der Fotodokumentation der Pinge auch die „Blockbergung“ des zweiten von uns während der Grabungskampagne 2018 angefertigten Rennofens an.

Die fotografische Dokumenation der Pinge übernahmen dankenswerterweise zwei Archäologiestudenten von der Universität Frankfurt. Dazu wurde die Pinge mit zahlreichen genau ermittelten Meßpunkten versehen und Quadratmeter für Quadratmeter fotografiert. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle nochmals an die Beiden!

2018-09_Grabung_Eisenberg_Fotodokumentation_Pinge_03_cr

Nachdem zuvor bereits der mittelalterliche Rennofen im Block geborgen werden konnte,  wurde nicht lange überlegt, und auch die Bergung des zweiten von uns während der Grabungskampagne 2018 angefertigten Rennofens in Angriff genommen. Anmerkung dazu: Der erste, zum Tag der offenen Grabung errichtete Rennofen, musste leider beim Schlackeabstich eingerissen werden. Daraufhin errichteten wir einen weiteren Rennofen, der aufgrund unserer gewonnenen Erfahrung verbessert konstruiert wurde. Dieses zweite Experiment überstand dann auch den Schlackeabstich unbeschadet. Die Blockbergung dieses Rennofens konnte dann letztlich erfolgreich durchgeführt werden.

 

 

Erfolgreicher Nachgang der ersten Grabungskampagne 2018

Außer an den beiden angekündigten Terminen Ende Juli und Anfang August wurde auch am Samstag, 25. August 2018 gegraben.

Neben weiterführenden Arbeiten an Fläche 4 wurden zwei weitere Flächen auf der Neudorfwiese geöffnet, Fläche 6 und Fläche 7. Fläche 6 befindet sich direkt auf der Wiese, Fläche 7 hingegen auf einer kleinen Aufschüttung mit einer Gehölzinsel.

Für Fläche 6 war wie bei Fläche 5 notwendig, die Grassoden sorgfältig auszuststechen, diese regelmässig zu wässern (aufgrund der fehlenden Niederschläge unabdingbar) und nach Verfüllung des Grabungsschnittes die Grassoden wieder anzulegen.

 

Bei Fläche 7 war dies nicht notwendig.

Die Funde in Fläche 6 bestanden größtenteils aus mittelalterlichen Keramikscherben sowie einigen kleineren Schlackestücken.

Fläche 7 war weniger fundreich, jedoch konnten auch hier die „ortstypischen“ Funde (Keramikscherben, Schlacke) gemacht werden.

Das Highlight fand am 25. August statt: die Blockbergung eines Rennofens in Fläche 4! Trotz des für unsere diesjährige Grabungskampage ungewohnten Wetters – es regnete! – konnte der Ofen mit vereinten Kräften erfolgreich im Block geborgen werden.

 

 

Die nächsten festen Grabungstermine

Die nächsten fixen Grabungstermine stehen fest!

Es wird an den folgenden Tagen gegraben:

  • Freitag, 27. Juli 2018 und Samstag, 28. Juli 2018
  • Donnerstag, 2. August 2018 bis Samstag, 4. August 2018

jeweils von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr

Wer mitmachen möchte oder weitere Informationen benötigt, meldet sich gerne bei Rainer Geschwindner (E-Mail: rgeschwindner [at] t-online [punkt] de // Tel.: 06663 – 240 nach 18 Uhr).

Abgesehen von diesen Terminen finden dazwischen ebenfalls Grabungstätigkeiten statt – zur Teilnahme einfach melden!

Es wird weitergegraben: Grabungshelfer gesucht

Nach der Grabung ist vor der Grabung – auch nach Ende der ersten Grabungskampagne wird weiter gegraben. Und es bleibt weiterhin spannend! Denn die Suche nach einem gut erhaltenen Ofen wird fortgesetzt! Grabungsfläche wird also hauptsächlich die Fläche 4 (potentieller Ofenstandort) sein. Aber auch an der Pinge (Fläche 3) wird die Arbeit fortgeführt.

Hierfür werden wieder freiwillige Grabungshelfer gesucht.

Informationen zu Terminen bitte bei Rainer Geschwindner (E-Mail: rgeschwindner [at] t-online [punkt] de // Tel.: 06663 – 240 nach 18 Uhr) oder bei Dirk Oestreich (E-Mail: dirk.oestreich [at] gmail [punkt] com // Tel.: 0151-40013493) erfragen.

Freiwillige zum Fundewaschen gesucht

Wer sich gerne an der Ausgrabung beteiligen möchte, aber keine Zeit oder keine Möglichkeit hat, selbst mitzugraben, kann auch gerne Funde (Scherben, Schlacke, etc.) waschen! Das kann man prima zuhause zu erledigen. Alles was benötigt wird, sind ggf ein bis zwei Eimer, etwas Wasser, ein Paar Haushaltshandschuhe (nicht unbedingt notwendig aber sinnvoll) und eine Bürste.

Verteilung der Schlackeeimer
Am letzten Grabungstag wurden bereits einige Fundeimer mit Schlacke unter den anwesenden Grabungshelfern verteilt. Es sind jedoch noch genügend Funde vorhanden, die gewaschen werden müssen.

Weitere Informationen benötigt bei Rainer Geschwindner (E-Mail: rgeschwindner [at] t-online [punkt] de // Tel.: 06663 – 240 nach 18 Uhr) oder Dirk Oestreich (E-Mail: dirk.oestreich [at] gmail [punkt] com // Tel.: 0151-40013493).

Ende der ersten Grabungskampagne 2018

Mit dem Ablauf der sechsten und letzten Grabungswoche ging die erste Grabungskampagne der archäologischen Ausgrabung am Eisenberg zu Ende.

Leider blieb während der Woche nicht allzu viel Zeit dazu, das Grabungstagebuch zu aktualisieren, daher jetzt eine etwas ausführlichere Zusammenfassung (natürlich mit Fotos).

Die Arbeiten an Fläche 3 (Pinge) wurden langsam aber stetig fortgeführt. Obwohl der Boden des ursprünglichen Abbauschachtes bereits erreicht war, wurde weiter abgetieft und verschalt bzw. verbaut. Eine Bohrung wäre nun nach Ablauf der Grabungskampagne eine Möglichkeit herauszufinden, welcher Art der weitere Untergrund ist und wie ggf die Erzgänge/-schichten laufen. Der Geologiespezialist Herr Joachim Lorenz aus Karlstein am Main (www.spessartit.de) stattete uns am letzten Grabungstag einen erneuten Besuch ab und nahm die Pinge in Augenschein.

An Fläche 4 (Ofenstandort) wurden mehrere Quadranten weiter abgetieft. Dabei kamen weitere Schlackeansammlungen zu Tage. Ebenso ein auffälliger Befund, der möglicherweise ein Ofen gewesen sein könnte. Ein vollständig erhaltener Rennofen wurde bislang leider nicht gefunden, jedoch legen Versuche mit einem nachgebauten Rennofen nahe, dass der verbaute Ton (aus den Tongruben am Katzenstein) auch im gebrannten bzw verziegelten Zustand nicht sonderlich lange haltbar ist, wenn er Wasser ausgeetzt ist. Die Anwesenheit von Herrn Lorenz scheint auch unsere Grabungshelfer beflügelt zu haben, so dass an Fläche 4 (Ofenstandort) ein Fund gemacht wurde, der von Herrn Lorenz eindeutig als Goethit-Konkretion (hydro-/oxidische Eisenerz-Anballung) identifiziert wurde. Dieses Material gilt mit einem Eisenanteil von etwa 50-60% als gut verhüttbar. Das Highlight aus Fläche 4 wurde (natürlich) am letzten Grabungstag kurz vor Ende gemacht: ein beinahe vollständig erhaltener Rand eines Keramikkruges!

 

Es wurde desweiteren eine weitere kleinere Fläche (vier Quadranten und ein Bodenprofil) im NSG Neudorfwiesen geöffnet. Neben zahlreichen mittelalterlichen Keramikscherben, eingebettet in einer mit Brandlehm durchsetzten Kulturschicht, wurde eine Steinsetzung gefunden. Die Fläche wurde anschliessend direkt wieder verfüllt und die zuvor sorgsam abgestochenen und täglich gewässerten Grassoden wurden wieder aufgesetzt.

 

Am letzten Grabungstag wurde überdies ein weiterer rekonstruierter Rennofen mit magnetischem Material aus dem Aushub von Fläche 4 zusammen mit Holzkohle befeuert. Obwohl die „Ofenreise“ (Dauer des Verhüttungsvorganges) sehr kurz war, konnte doch immerhin einiges an geronnener Schlacke (und hoffentlich auch Eisen) gewonnen werden. Näheres werden genauere Tests zeigen.

 

Die Grabungen gehen auch nach Ablauf der ersten Grabungskampagne weiter, wenngleich nicht mit regelmässigen Grabungstagen.

20180630_Grabung_Eisenberg_Abschied_Erste_Grabungskampagne

Gut besuchtes Grabungsfest

Neben Landrat Thorsten Stolz und Stadtverordneten der Stadt Steinau fanden sich weitere zahlreiche Interessierte während des Grabungsfestes am 24. Juni im Grabungsareal ein, um sich ein Bild über die laufenden Grabungen zu machen. Stündliche Führungen sowie die Möglichkeit, sich die Funde und Befunde anzuschauen und erklären zu lassen boten Informationen zur Geschichte und Archäologie. Ein nachgebauter und in Betrieb genommener Rennofen mitsamt mittelalterlicher Schmiede, Rennofenbau zum Mitmachen sowie Verpflegung boten den Besuchern ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.